Nationalpark Mljet


Nationalpark Mljet

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Nationalpark Mljet

Der Nationalpark Mljet bildet den Westteil der Insel Mljet, in Süddalmatien, Kroatien. Er wurde 1960 gegründet.

Wer Mljet besucht, reist damit auf den Spuren berühmter Personen: Odysseus traf hier auf die Amazonen und lebte fortan sieben Jahre mit der Nymphe Calypso auf Mljet und nach überzeugung einheimischer Historiker ist der Apostel Paulus nicht etwa vor Malta sondern hier gestrandet. Heute kommen die Besucher jedoch freiwillig und bleiben weit kürzer obwohl es viel zu sehen gibt: Der Westen der ehemaligen Seeräuberhochburg wurde im 14. Jahrhundert dem Klerus zugesprochen, während der Eigentum der Bauern sein sollte. Im Jahr 1960 wurden die Berge und Wälder des westlichen Teils zum Nationalpark erklärt. Hier rascheln die Mungos in dem Gestrüpp neben den Wanderwegen, springen Delphine vor der Küste aus dem Wasser, und auch Seebären sollen gesichtet worden sein – vielleicht haben ja die die Legenden von Paulus und Odysseus verbreitet…

Schon 1436 wurde so etwas ähnliches wie Umweltschutz im Gesetzesbuch Mljets verankert: Auf willkürliches Holzfällen und das zerstören von Wäldern wurden empfindliche Strafen verhängt und auch an Aufforstung wurde früh gedacht: Jeder Mann mit Heiratsabsichten war verpflichtet je 10 Weinstöcke, Oliven- und Feigenbäume zu pflanzen. Vielleicht liegt es daran, dass auch heute 70 % der Landfläche bewaldet sind und Mljet als „grünste aller kroatischen Inseln“ gilt.

 

Nicht zu verwechseln mit Meeresbuchten sind die beiden Salzseen Mljets. Denn sie sind nicht etwa durch Küstenerosionen sondern durch Verkarstung entstanden. Der große, veliko jezero, misst ganze 145 Hektar und ist 46 m tief und der mali jezero kann immerhin mit 24 Hektar und 29 m Tiefe aufwarten. Verbunden sind die Seen durch den 3 m tiefen und 10 m breiten Soline-Kanal dessen ausgeprägte Gezeiten früher die Mühle des Klosters betrieben und der auch als Handelsstraße diente. Heute dürfen keine Boote mehr auf dem Kanal verkehren, aber auf dem veliko jezero pendelt zu willkürlichen Zeiten ein Wassertaxi zwischen angrenzenden Orten und der Klosterinsel Sv. Marija. Dieses winzige Inselchen diente der Legende nach einem König als Exil für einen ungeliebten Sohn. Dieser war von der Fauna, der Aussicht und dem Klima der Insel aber so begeistert, dass er sich bei seinem Vater für die Verbannung mit einem Fruchtkorb bedankte. Diesen schickte der Vater mit den besten Wünschen an den Sohn zurück, hatte aber zuvor – aus ärger darüber, ihm gar einen Gefallen getan zu haben – das Obst vergiftet.

Flora 

Mit einem Waldanteil von 90 Prozent ist Mljet eine der am meisten bewaldeten Inseln im Mittelmeer.

Fauna 

In den Wäldern des Nationalparks leben auch heute noch Mungos, eine eigentlich fremde Tierart für diese Region. Sie wurden 1909 auf der Insel freigesetzt, um die dortigen Giftschlangen auszurotten. Dieses erreichten sie auch, allerdings befielen sie auch andere Schlangenarten auf der Insel. Die Mungo-Population befindet sich erst seit kurzem in einem labilen Gleichgewicht zur Umgebung.

In der Nähe der Insel wurden auch Mittelmeer-Mönchsrobben gesichtet, die zu den meistgefährdeten Säugetieren dieser Welt zählen.